
Die Fantasie trägt mich überall hin
und eröffnet mir neue (T)Räume.
(Bild: MeGit)
Träume
Wir liefen gemeinsam einen Weg – irgendwo im Rothaargebirge – und erzählten uns unsere Träume. Noch war es leicht Träume zu haben, alles schien denkbar. Wir waren gerade Sechzehn.
Ich werde mal heiraten, sagtest du und mindestens fünf Kinder haben. Und ich sagte: Mein Traum ist es, auf einer Bühne vor begeistertem Publikum zu stehen. Aber vorher ziehe ich in die Stadt, gehe jeden Abend aus und verführe die Welt.
Wir lachten, unser Weg ging steil hinauf und nach der nächsten Kurve Knie schmerzend talabwärts.
Wir liefen und liefen ins ErwachsenWerden hinein.
Deine Ärztin sagte dir eines Tages, dass du keine Kinder bekommen könntest. Doch vorher landete ich im Niemandsdorf. Weißt du noch, wie wir in jungen Jahren die Nasen rümpften, wenn wir hörten: jemand habe sich aus Liebe in dieses Dorf verirrt.
Ich habe weder die Welt verführt noch die Bühne zum jubelnden Publikum gefunden. Und frage mich jetzt: Habe ich noch Träume? Und du? Von was träumst du augenblicklich? Sag es mir und lass uns noch mal loslaufen.
Loslaufen und träumen bis zum WegEnde.
